Ein neuer Mitbewohner zieht ein
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Ein neuer Mitbewohner zieht ein
Die Entscheidung für einen felinen Mitbewohner ist oft schnell getroffen, da sich Katzen, die als relativ unproblematisch gelten, auch in der heutigen Zeit großer Beliebtheit erfreuen. Doch sollten zwischen dem Entschluss und dem tatsächlichen Einzug eines Stubentigers einige Überlegungen angestellt werden, damit Fellnase und Dosenöffner auch perfekt zusammenpassen.
Erste Entscheidungen
Der erste Gedanke sollte dem „WAS“ gelten. Soll es eine Rassekatze sein oder wird eine kleine Promenadenmischung bevorzugt? Beides hat seine Tücken, doch ist dies erst einmal klar, kann einzeln danach vorgegangen werden. Wir haben versucht, einige Punkte zusammenzufassen und häufige Fragen zu klären, um die Anschaffung eines Stubentigers zu erleichtern.
Rassekatzen – Seriöser Züchter oder Vermehrer?
Rassekatzen werden von vielen seriösen Züchtern angeboten. Für den Laien ist es jedoch oft schwer erkennbar, ob es sich dabei um einen seriösen Anbieter oder um einen „Vermehrer“ handelt, da letztere sich sehr gut dem gängigen Bild eines Züchters anpassen können. Doch es gibt einige Punkte, anhand derer die Spreu vom Weizen getrennt werden kann.
Billigangebote im Internet, auf Märkten oder gar aus dem Kofferraum sind grundsätzlich abzulehnen.
Auch sollten die Alarmglocken schrillen, wenn ein „Hobbyzüchter“ mehrere verschiedene Rassen anbietet, denn seriöse Züchter spezialisieren sich meist auf eine Rasse, der sie besonders zugetan sind. Ist der Anbieter zu erreichen, genügen oft kleine präzise Fragen, um ihn zu entlarven. Erhält man zum Beispiel auf die Nachfrage nach Papieren, Eltern oder Haltung ausweichende oder gar pampige Antworten, dann ist Vorsicht angeraten.
Seriöse Züchter bieten immer Kennenlerntermine an, welche für Katze, Besitzer und Züchter gleichermaßen informativ sein sollen. Wird ein derartiger Termin abgelehnt oder ein Treffen außerhalb des vorgegebenen Aufzuchtsortes vereinbart, kann davon ausgegangen werden, dass hier etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Ein Züchter interessiert sich auch für das Umfeld, in das sein Zögling übersiedeln soll, während ein Vermehrer keinerlei Interesse daran zeigen wird, mehr zu erfahren als den Termin der Geldübergabe. Selbst wenn ein Kaufvertrag zustande kommt, kann auch hier nochmals einiges in Erfahrung gebracht werden, denn ein seriöser Züchter fügt meist Klauseln ein, die Rücknahmen und Rückübertragung bei nicht artgerechter Haltung, das Recht zur Mitsprache bei einer weiteren Veräußerung des Kätzchens oder andere Punkte beinhalten, die direkt auf das Wohl der Katze abzielen.
Mischlingskatze – wann und von wem?
Genauso wie Rassekatzen sollte bei Mischlings Kitten das Abgabealter nicht unter 10 Wochen betragen. Wer eine gesunde und sozial perfekt angepasste Katze sein Eigen nennen möchte, der sollte sogar warten, bis das Kitten ein Alter von 12-16 Wochen erreicht hat. Erst dann ist der Sozialisierungsprozess und die Immunisierung durch die Muttermilch vollständig abgeschlossen.
Dies garantiert zwar keine psychisch und physisch einwandfreie Katze, doch die Chancen auf eine gesunde Fellnase ohne Verhaltensstörungen sind hier um ein Vielfaches größer. Klar sind Kätzchen mit 6 oder 8 Wochen besonders süß und niedlich, doch ein verantwortungsbewusster Dosenöffner sollte zu seinem eigenen Wohle und zum Wohle seines Stubentigers diese Zeit unbedingt einhalten.
Meist werden Mischlingkatzen von Bauernhöfen oder Familien abgegeben, welche einen „zufälligen“ Wurf an den Mann bzw. die Frau bringen wollen. Es sollte dringend abgeklärt werden, ob, wann und gegen welche Krankheiten Impfungen durchgeführt wurden. Eine Untersuchung durch einen Tierarzt gleich nach der Abholung gibt Aufschluss darauf, wie gesund der kleine Mitbewohner ist.
Wohnungskatzen in Einzelhaltung?
Nein! Eine Katze ist zwar kein Rudeltier, aber trotzdem sehr gesellig. Berufstätige Dosenöffner können nicht alleine mit Spielzeug dafür sorgen, dass der Stubentiger beschäftigt ist. Bei einer Anschaffung sollte daher genau darüber nachgedacht werden, ein Wurfgeschwisterchen mehr zu nehmen, um dem Spieltrieb und den sozialen Bedürfnissen gerecht zu werden. Und da hätten wir wieder einen Punkt, der den seriösen vom unseriösen Züchter unterscheidet: Ein seriöser Züchter gibt im Normalfall keinen seiner Zöglinge alleine in eine Einzelhaltung, und genau daran sollte sich ein Katzenneuling auch halten. Ist wirklich nur eine Katze erwünscht, dann sollte man einen Blick ins Tierheim werfen, dort findet sich immer wieder eine Einzelgänger Katze als Resultat einer Einzelhaltung.
Die richtige Grundausstattung
Katzenklos in ausreichender Menge. Es sollte immer eine Toilette mehr angeschafft werden, als Katzen das Territorium bewohnen. Dazu ein angenehmes Katzenstreu (ich bevorzuge hier das Klumpstreu, das zwar etwas teurer in der Anschaffung ist, aber im Endeffekt viele Vorteile aufweist und länger hält) und Fressnäpfe aus Keramik, Edelstahl oder Porzellan. Bitte keine Plastikfressnäpfe verwenden, diese können durch ihre unhygienische Oberfläche bei der Katze eine unschöne und lästige Kinnakne auslösen. Wassernäpfe können gar nicht genug in einer Wohnung oder einem Haus herumstehen. Hier sollten möglichst schwere Behälter wie zum Beispiel Blumentöpfe etc. genommen werden, da hier die Kippgefahr möglichst gering ist. Spielzeug und Kratzbaum mit erhöhter Sitzfläche dürfen auf keinen Fall in einem von Katzen bewohnten Umfeld fehlen. Hier sollte man sich aber, wie beim Spielzeug für menschliche Kleinkinder, davon überzeugen, dass keine Giftstoffe verarbeitet wurden oder Kleinteile angebracht sind, die verschluckt werden können.
Sicherheit geht vor
Äußerst wichtig ist die Sicherung gefährlicher Gegenstände. Dazu zählen Schnüre, Bordüren, an denen sich ein Kätzchen strangulieren kann. Auch Zimmerpflanzen können für Katzen giftig sein und im schlimmsten Falle zum Tode führen. Kippfenster sollten Katzen-gerecht gesichert und zerbrechliche oder schwere Gegenstände weggeräumt werden, um ein Herunterfallen zu vermeiden.
Der Einzug kann losgehen – aber bitte langsam!!!
Kommt der kleine Mitbewohner ins Haus – gibt man ihm Zeit. Keine lauten Geräusche, keine Hektik, kein Kindergeschrei und greifende Hände. Sperrt u.U. die alteingesessene Katze für einige Zeit in ein Nebenzimmer – sie wird es überleben.
Das Kleine darf ruhig unter dem Bett liegen, solange es ihm passt, auch wenn es einen sehr reizt, mit ihm zu spielen.
Vergessen sollte man nicht: Das kleine Wesen hat soeben seine Mutter und seine Wurfgeschwister verloren, den Stress der Transportkiste und eine ungewohnte Autofahrt überstanden und sieht sich mit einer neuen Umgebung mit fremden Gerüchen konfrontiert. Denke daran, war für einen selbst in einer derartigen Situation das Richtige wäre. Genau: Viel Ruhe, um die Sicherheit zurückzugewinnen und ohne Angst in ein neues Leben zu starten.
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