Die Lautsprache der Katze
#1
Die Lautsprache der Katze
Neben der wichtigsten Kommunikationsart, der Körpersprache, verfügen Katzen auch über eine große Auswahl an Lautvarianten, die sie je nach „Sprachfreudigkeit“ gezielt einsetzten, um ihre Umwelt auf die Bedürfnisse aufmerksam zu machen. Man unterscheidet 11 Varianten, welche aus etlichen einzelnen Lauten bestehen und, meist in Zusammenhang mit der Körpersprache, ein effizientes Mittel zur Kommunikation darstellen.
Die meisten Katzenhalter kennen das übliche Miau, mal einzeln verwendet, mal als Lautsalve genutzt, zur Genüge. Dabei gibt es noch weitaus mehr Laute, die das Verständnis zwischen Mensch und Haustier herbeiführen können. Ich werde mich hier mit einigen dieser Laute auseinandersetzen, ich hoffe, dass der ein oder andere Leser diese Information nutzen kann oder sogar eigene Erfahrungen teilt.
Warum spricht unsere Katze?
Besonders die domestizierte Hauskatze nutzt die Lautsprache häufig, denn in der freien und gefährlichen Wildbahn sind sie bei lautmalerischen Äußerungen ständig in Gefahr, von Feinden entdeckt zu werden. Auch Großkatzen in Gefangenschaft nutzen die Lautsprache häufiger als ihre wilden Artgenossen. Da Zuhause oder in Gefangenschaft das Feindproblem nicht vorherrscht, quatschen unsere Katzen oft von früh morgens bis spät abends.
Das „normale“ Miauen
Während es für uns so klingt, als würde das alltägliche Miauen sich nicht besonders unterscheiden, so ist es für die Katze ein wesentlicher Bestandteil der Kommunikation. Wer genau hinhört, kann oft große Unterschiede in der „Betonung“ des Miauens feststellen. Genauso groß, wie diese Abweichungen sind, so unterschiedlich sind auch die Bedeutungen.
Katzen miauen aus den verschiedensten Gründen: zur Begrüßung „ihres“ Menschen oder eines Artgenossen, um auf Missstände wie einen leeren Futternapf oder ein volles Katzenclo hinzuweisen, um die Aufmerksamkeit ihres Menschen und die üblichen Streicheleinheiten einzufordern oder auch, wenn sie Schmerzen haben. Sie verfügen dabei über ein großes Repertoire an Lauten, welche sie sich bereits in Babytagen aneignen. Allerdings klingt das dann noch sehr schrill und unausgegoren, aber die Ansätze zur Kommunikation sind bereits gemacht.
Kleiner Tipp: Wenn deine Katze wieder ihr lautstarkes Miauen von sich gibt, versuche herauszufinden, was sie damit sagen möchte. Beobachte, ob sie dich vielleicht an einen bestimmten Ort locken möchte. Möglicherweise ist der ein oder andere unter uns ein richtiger „Katzenversteher“, der bald ein Wörterbuch mit dem Titel „Katze/Mensch – Mensch/Katze“ herausgibt?
Das Schnurren
Das Schnurren der Katze bzw. die Entstehung der Schnurrlaute ist immer noch ein großes Rätsel für uns Menschen. Es gibt verschiedenste Theorien dazu, doch bis heute konnte noch keine davon wissenschaftlich belegt werden.
Meist zeigt das Schnurren die Behaglichkeit einer Katze an. Sie drückt damit aus, dass sie zufrieden und entspannt ist, da keinerlei Gefahr droht und sie Situation in vollen Zügen genießt. Dies stammt aus der Evolution der Katze, als sie noch in der freien Wildbahn lebte und ihren Artgenossen und Welpen mitteilen musste, wann Gefahr drohte und wann sie sich in Sicherheit befanden. Auch während der Aufzucht der Jungen schnurren sowohl die Mutter als auch die Welpen, wenn sie gesäugt werden und signalisieren so ihrem Umfeld und vor allem ihren Artgenossen, wie sehr sie dies genießen.
Schnurren ist aber beileibe nicht nur ein Anzeichen von Zufriedenheit. Katzen schnurren ebenfalls, wenn sie starke Schmerzen verspüren oder sich bedrängt fühlen. Auch werfende Kätzinnen schnurren während der Geburt. Es ist weithin bekannt, dass das Schnurren auf den Menschen beruhigend wirkt und die Vibration sogar heilende Kräfte auslöst. Es wird somit auch vermutet, dass sich die Tiere in schmerzhaften oder ausweglosen Situationen durch das Schnurren selbst beruhigen und die innere Heilfähigkeit des Körpers unterstützen.
Aggressive Laute wie Fauchen, Knurren, Zischen, Singen und Spucken
Eine Katze, die aggressive Laute von sich gibt und dabei die Haare aufstellt, signalisiert ganz deutlich, dass sie in Bereitschaftshaltung ist und einer handfesten Auseinandersetzung nicht ausweicht. Auch singende Laute, die wie das Schreien eines Babies oder wie wilde orientalische Gesänge klingen, können allergrößtes Hass- und Wutpotential ausdrücken. Auch das Spucken gehört in diese Kategorie, hierbei wird weniger gespuckt als ein lautes, zischendes Spuckgeräusch erzeugt, dass einen potentiellen Feind in die Flucht schlagen oder zumindest zurückweichen lassen soll.
Das Schreien einer Katze
Leidet eine Katze unter großen Schmerzen oder befindet sie sich in einer ausweglosen und äußerst unangenehmen Situation, tut sie dies durch lautes, lang anhaltendes Schreien kund. Auch während der Rolligkeit schreien weibliche Katzen so dermaßen laut, dass an eine durchschlafene Nacht nicht zu denken ist. Dabei gurren sie auch und verwenden Maunzlaute in verschiedenen Frequenzen, die auch die Nachbarn noch hören können.
Gackern und Schnattern – der Jagdtrieb auf dem Fensterbrett
Wer seinen Stubentiger schon mal auf dem Fensterbrett beim Gackern erwischt hat und sich die Blickrichtung genauer angesehen hat, weiß, warum er das macht. Sicherlich sitzt draußen irgendwo ein Vögelchen auf dem First oder einer Stromleitung, in Sicht-, aber nicht in Greifweite der Katze. Sie ist dazu verdammt, ein potenzielles Opfer zu sehen, aber nicht jagen zu dürfen. Während sie mit leicht aufgesperrtem Mäulchen, klapperndem Kiefer, starrem Blick und leicht peitschendem Schwanz den Vogel beobachtet, weiß sie auch genau, dass er ihr nicht zur Beute werden kann.
Was genau das Gackern bedeutet bzw. was in der Katze genau vorgeht, hat der Mensch bis heute nicht erforschen können. Eine der Theorien besagt, dass diese Laute und die Kieferbewegung ein Übungsverhalten zur Tötung des angepeilten Opfers widerspiegeln.
Lasst uns gemeinsam das Phänomen Lautsprache bei Katzen näher durchleuchten. Bestimmt hab ihr bereits viele Erfahrungen mit euren Stubentigern, die für das bessere Verständnis der Katzensprache hilfreich sein könnten. Seid so lieb und lasst uns wissen, wie und durch welche Laute eure Katzen euch zu bestimmten Handlungen bringen oder ob ihr herausgefunden habt, was sie in bestimmten Situation überhaupt wollen.
Wenn viele Erfahrungen zusammengetragen werden, könnte bestimmt ein Profil erstellt werden, wie die Lautsprache in Kombination mit der Körpersprache der Katze funktioniert. Gemeinsames Ziel : unsere Lieblinge besser zu verstehen!
Bitte Copyright beachten
- Rund ums Forum
- Unsere Regeln
- Fragen, Hilfe, Anregungen
- Fürs Forum spenden
- Die Catsonliner
- Katzen (und andere) in Not
- Vermisst
- Zuhause gesucht
- Tiere in Not
- Happy End
- Allgemeine Katzenfragen
- Rund um unsere Samtpfoten
- Rund um unsere Kitten
- Senioren
- Erziehung/Verhalten
- Pflege und Hygiene
- Spielmöglichkeiten
- 1, 2, 3, Viele?
- Stubentiger
- Wiesenflitzer
- Blätterwald und TV-Tipps
- Ernährung
- Nassfutter
- Trockenfutter
- Leckerchen
- Sonstiges
- Krankheiten
- Tierarztbesuch
- Was ist nur los?
- Parasiten, innere und äußere - Hauterkrankungen
- Impfungen
- Verdauungstrakt
- Bewegungsapparat
- Krankheiten, innere
- Krankheiten, äußere
- Zähne
- Sinnesorgane
- Sexualität
- Abschied
- Regenbogenbrücke
- Dosis unter sich
Jetzt anmelden!
Jetzt registrieren!
