BARF– artgerechte rohe Ernährung unserer Stubentiger

22.01.2021 15:12 (zuletzt bearbeitet: 08.07.2022 11:39)
#1
avatar
Profi-Samtpfote

BARF– artgerechte rohe Ernährung unserer Stubentiger

Der Begriff steht für „Biologisch Artgerechtes Rohes Futter“. Unter den Hundebesitzern ist BARF bereits seit einiger Zeit bekannt, doch die Informationen über barfen bei Katzen sind leider noch nicht so weit verbreitet. Eigentlich ist dies sehr paradox, da gerade Katzen echte Karnivoren (Fleischfresser) sind, wohingegen Hunde „Allesfresser“ sind.


Warum ist BARF bei Katzen noch nicht so verbreitet?

Der größte Gegner des BARF-Hypes ist wohl die Dosen- und Trockenfutterindustrie, welche durch die dem Futter beigefügten Zusätze der Auffassung sind, dass dieses Fertigfutter somit die einzige wirklich gesunde Nahrungsquelle für Katzen ist. Doch weit gefehlt. Fertigfutter ist meist mit Kohlenhydraten aufgepeppt, welche für die Katze keinen direkten Nährwert haben. Der Organismus der Katze kann diese Zusätze kaum oder sogar gar nicht verarbeiten, sie sind daher vollkommen sinnlos. Auch die Versorgung mit lebenswichtigem Wasser ist bei Fertigfutter nicht gegeben. Jede Packung enthält den Vermerk, immer genügend Wasser bereitzustellen. Dumm nur, dass unsere Miezen nicht lesen können. Katzen stocken ihren Wasserhaushalt normalerweise zum größten Teil über Fleisch bzw. Beutetiere auf. Die externe Zufuhr von Wasser ist ihnen nicht wirklich ein Bedürfnis, und die wenigsten Katzenbesitzer haben einen Überblick, wie viel die Katze wirklich trinkt. Durch ein permanentes Defizit an Flüssigkeit steigt die Zahl der Nierenerkrankungen, welche meist zum Tode führen, immer mehr an.
Doch auch die Informationen der Tierärzte lässt oft zu wünschen übrig. Auf direkte Nachfrage bestätigen diese meist die Meinung der Futtermittelindustrie; da sie es nicht besser wissen. Das ist auch vollkommen logisch, denn viele Tierärzte vertreiben Futter für große Konzerne, werden von diesen durch Schulungen auf deren Futter „getrimmt“ und erhalten auch nette Provisionen. Ich betone hier: viele, denn es gibt auch Tierärzte, welche sich mit der richtigen Ernährung von Katzen im Besonderen auseinandersetzen und nicht auf Zuwendungen der Futtermittelindustrie spekulieren.


Barfen richtig gemacht

Wer sich mit dem Thema bereits beschäftigt hat, der hat sicher schon festgestellt, das BARF nicht wirklich nur die Gabe von rohem Fleisch ist, da wir ja normalerweise keine Beutetiere verfüttern, in welchen alle notwendigen Nährstoffe enthalten sind. Vielmehr ist BARF eine individuell auf die Katze abgestimmte Komposition aus rohem Fleisch und natürlichen Zusätzen. Wer seine Katze barft, weiß zu 100 %, was sein kleiner Liebling an Nahrung aufnimmt.

Positive Effekte bei BARF-Fütterung

Wer sich dafür entscheidet, seine Katze nur noch mittels BARF zu ernähren, wird schnell grundlegende Veränderungen ins Positive feststellen:

Katzen mit Verdauungsproblemen oder Allergien gewöhnen sich schnell auf die artgerechte Fütterung und die Probleme verringern sich oder verschwinden komplett. Vielfach resultieren diese Probleme nämlich auf die dem Katzenorganismus fremde Inhaltsstoffe im Fertigfutter.
Das Fell wird seidig und weich, da die nötigen Proteine dafür im gut zusammengestellten Rohfutter enthalten sind.
Zahnsteinbildung wird verhindert bzw. Zahnstein abgebaut und die Zähne werden heller, da im Futtermitteln enthaltener Zucker und Stärke entfällt.
Die Katze zeigt sich energiegeladener, entwickelt eine gute Figur und Muskeln, und die
ausgewogene und kontrollierte Ernährung verhindert Übergewicht und Diabetes.
Der Flüssigkeitshaushalt ist ausreichend gedeckt, was das Risiko für Harnwegs-, Nieren- und Lebererkrankungen verringert.

Mögliche Risiken bei BARF-Fütterung

Da BARF ein speziell zusammengestelltes Nahrungsangebot ist, können hier auch Fehler bei der Gabe entstehen. Bevor der Katzenbesitzer die Fütterung seiner Katze auf BARF umstellt, sollte er sich umgehend und gewissenhaft informieren, was für seine Katze das Richtige ist. Auch die korrekte Menge sollte im Vorfeld recherchiert werden, damit keine Unterversorgung stattfinden kann. Rohes Fleisch ist auch ein möglicher Überträger von Erregern, welche für die Katze schädlich sein könnten. So ist immer die Gefahr gegeben, Salmonellen, Coli-Bakterien oder Würmer in den Katzenorganismus einzuschleppen, welche sie mit Fertigfutter nicht erhalten hätten.

Diese Risiken sind jedoch keineswegs mit den negativen Auswirkungen der Fertigfuttergabe zu vergleichen, da sie aktiv vermeidbar sind.

Futtertiere abseits des vorgefertigten Rohfleisches



Privatbild Christiane

Mäuse, Ratten, Fische oder Geflügel, aber auch Kaninchen können den Katzen gerne angeboten werden. Dabei stellt sich schnell heraus, ob die Fellnase es bevorzugt, ganze Tiere oder bereits gewolftes Fleisch zu vernaschen.
Beide, Katzenhalter und Fellnasen, müssen sich erst einmal an die veränderte Fütterungsart gewöhnen, doch beide werden gleichermaßen einen positiven Effekt feststellen können.

Gruß
Christiane

 Antworten

 Beitrag melden
08.07.2022 12:11
avatar  Rosi
#2
avatar
Höchst erfahrene Katzenfachkraft

Wer sich fürs Barfen interessiert, dem kann ich gerne einige Informationen zur Verfügung stellen. Vor Jahren hat uns eine Userin, die ihre Katzen gebarft hat, Texte zur Verfügung gestellt, in denen - wie ich finde - sehr übersichtlich Grundinformationen zum Barfen aufgelistet sind. Z.B. Fleischzusammensetzungen, welche Supplemente bei diversen Fleischsorten zugegeben werden müssen und ähnliches. Das war in einem anderen Forum. Da ich keinen Kontakt mehr zu dieser Person habe, kann ich leider nicht fragen, ob ich die Texte veröffentlichen darf.

Liebe Grüße Rosi


.............................Max 2000-2017..... Moritz 2000-2006...Tiger 1981-2000
Für immer in meinem Herzen

 Antworten

 Beitrag melden
Bereits Mitglied?
Jetzt anmelden!
Mitglied werden?
Jetzt registrieren!