Katzenfänger – Realität oder Legende?
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Katzenfänger – Realität oder Legende?
Wir hören es immer wieder: „Die Katzenfänger sind wieder unterwegs!“
Entweder erzählt die Nachbarin, sie hat von einer Freundin gehört, dass deren Kater vor einigen Wochen verschwunden sei. Oder in den sozialen Netzwerken werden Posts veröffentlicht, die vor Katzenfängern warnen.
Amüsanterweise fällt mir im Zuge dessen immer öfter auf, dass es sich bei den hundertfachen Katzendieben wohl um ein und dieselben Personen handeln muss. Denn immer ist da die Sprache von tagelangem Ausspionierender Katzenhalter im Zuge von Altkleidersammlungen, und immer sind es Osteuropäer, wie man an ihrer Aussprache unschwer erkennen kann. Beinahe jedes Mal handelt es sich bei dem Fluchtauto um einen nicht beschrifteten weißen Lieferwagen, das Foto desselben findet man dann auch immer angehängt.
Was ist dran an der Geschichte?
Trotz hundertfacher Meldungen ist es noch nie gelungen, einen Katzenfänger dingfest zu machen. Dies erscheint sehr fragwürdig, da doch schon Fotos existieren, genaue Beschreibungen von im Fahrzeug befindlichen Käfigen und sogar die Landessprache der Entführer. Wie ist es möglich, dass bereits Jahrzehnte dieselben Gerüchte kursieren, aber nie ein konkreter Fall geklärt werden konnte?
Katzenfänger arbeiten für Labore und Deckenhersteller!
Zuerst zu den Herstellern von Katzenfelldecken. In Deutschland ist der Handel mit Katzenfellen verboten. Wussten Sie schonHie und da tauchen trotzdem welche als Rheumadecken oder Mützenbommel auf, allerdings werden diese meist in China hergestellt. Ein Handel zwischen Deutschland, China und wiederum Deutschland wäre wenig ertragreich. Ganz abgesehen davon, dass in China wohl mehr streunende und sich selbst überlassene Katzen herumlaufen als Hierzulande.
Versuchslabore dürfen keine Katzen verwenden, die nicht eindeutig registriert sind. Fälschungen der Papiere können nicht hingenommen werden, weshalb auch keine Katzen aus nicht kontrollierter Zucht genutzt werden.
Zur Erforschungvon Krankheiten etc. werden nur Tiere zugelassen, welche vergleichbare und nachvollziehbare Ergebnisse erzielen, zum Beispiel Wurfgeschwister.
Ein Tier, das nicht den Erfordernissen der Versuche entspricht, könnte eine Monate oder sogar jahrelange Forschung zunichtemachen.
Woher kommt das Gerücht des Katzenfängers
Bis in die 1980er Jahre war die Katze wirklich ein Handelsgut. Für bis zu 30 Deutsche Mark konnten Katzen an Versuchslabore verkauft werden, da die damalige Forschung nicht auf dem Stand der heutigen war und Unregelmäßigkeiten hingenommen wurden.
Selbstverständlich war dies leicht verdientes Geld für Menschen, die skrupellos Hauskatzen von der Straße mitnahmen. Diese Praxis ist jedoch wieder verschwunden, allerdings nur auf dem Markt, nicht aus den Köpfen der Menschen. Die Geschichten, die sich um die damals verschwundenen Katzen ranken, nehmen immer größere Ausmaße an und finden sich in den Gedanken der betroffenen Katzenbesitzer wieder, die ein geliebtes Haustier vermissen.
Effizienz einer hypothetischen Katzenjagd
In Deutschland leben mehr Katzen in Haushalten als wir uns vorstellen können. Deshalb erscheint es logisch, dass auch der Katzenfänger einen entsprechenden Umsatz durch seine Entführungen macht. Was hier weniger hinterfragt wird, ist, wie effizient dieser Umsatz in Deutschland wirklich sein kann. Immerhin achten wir hier mehr auf unsere Haustiere als in vielen anderen Ländern. Und wenn wir gerade bei anderen Ländern sind: Wäre es nicht viel sinnvoller, in eines der südlicheren Länder zu fahren, wo streunende Katzen zum normalen Erscheinungsbild von Städten und Dörfern gehören und die Menschen sich freuen würden, von dieser „Plage“ erlöst zu werden? Fragen über Fragen.
Oder gibt es sie doch?
Nun, immerhin gibt es doch noch Skeptiker, ganz besonders aufgrund des Tierschutzgesetzes: Hunde, Katzen und Primaten dürfen zu wissenschaftlichen Zwecken nur getötet werden, soweit sie entweder für einen solchen Zweck oder für eine Verwendung in Tierversuchen gezüchtet worden sind.
Abweichend von Satz 2 kann die zuständige Behörde, soweit es mit dem Schutz der Tiere vereinbar ist, das Töten von Tieren, die nicht nach Satz 2 gezüchtet worden sind, genehmigen, soweit
1. nach Satz 2 gezüchtete Tiere mit den Eigenschaften, die für den jeweiligen Zweck erforderlich sind, nicht zur Verfügung stehen oder
2. die jeweiligen wissenschaftlichen Zwecke die Verwendung von Tieren erforderlich machen, die nicht nach Satz 2 gezüchtet worden sind.
Das heißt jetzt im Klartext, dass nicht nur gezüchtete Tiere für Versuche genommen werden dürfen, sondern in Ausnahmefällen auch frei lebendeTiere. Ist dies doch der Beweis dafür, dass Katzenfänger im Auftrag von Laboren agieren?
Warum verschwinden dann so viele Katzen?
Wie im Bericht Jagdverbot bereits beschrieben, werden jährlich etliche Katzen von Jägern erschossen und entsorgt.
Was viele Katzenhalter gar nicht wahrhaben wollen, ist auch die Möglichkeit, dass das Leckerchen bei Tante Irmi drei Straßen weiter einfach leckerer schmeckt als zu Hause.
Vielfach werden Katzen außer Haus gefüttert und kommen so oft wieder, bis sie herrenlos erscheinen und von wohlmeinenden Seelen aufgenommen werden. Da Katzen nicht immer menschenbezogen sind, halten sie es mit der Treue nicht so genau und kommen aus diesem Grunde auch oft abhanden.
Frei laufende Katzen enden oft auch unter den Rädern vorbeifahrender Fahrzeuge und werden dann am Straßenrand oder im Graben abgelegt. Die Tierhalter erfahren nie, was mit ihrem Stubentiger passiert ist. Die Vermutung, dass ein Katzenfänger ihre Miez eingezogen hat, resultiert oft aus einer langwierigen und erfolglosen Suche nach dem geliebten Haustier, um überhaupt eine Erklärung für dessen Verschwinden zu haben.
Unsicherheit macht sich breit
Nun, ganz klar lässt sich die Urban Legend über Die Katzenfänger sind unter uns. Wirklich? Weder leugnen noch bestätigen. Fakt ist, dass jeder Katzenbesitzer auf sein Tier achten sollte! Auch wenn es sich nur um eine Legende handeln sollte, es gibt sicherlich niedere Individuen, die den Katzen schaden wollen. Doch man sollte sich nicht von Legenden ins Bockshorn jagen lassen, lieber überlegen und bei dringendem Verdacht sofort die Polizei einschalten.
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