Taurin
#1
Wir sprechen hier nicht von Red Bull, sondern von dem Inhaltsstoff in Katzenfutter, den aufmerksame Katzenbesitzer öfters auf den Verpackungen lesen. Der Körper benötigt es für den Stoffwechsel, die Verdauung und um die Fruchtbarkeit weiblicher Katzen zu gewährleisten. Besonders positiv wirkt sich Taurin auf das Herz und die Zellen aus, es stabilisiert die Netzhaut, wirkt entgiftend und greift unterstützend in den Wasserhaushalt ein.
Nun, was genau ist Taurin und weshalb muss dieser Zusatz im Katzenfutter vorhanden sein? Warum ist es so gut für unsere felinen Lieblinge, warum so schlecht, wenn es nicht ausreichend vorhanden ist? Wir wollen uns heute diesen wichtigen Fragen stellen, um unseren Stubentigern nur das Beste angedeihen lassen zu können.
Taurin und unsere Katzen
Der Name Taurin wird vom griechischen und lateinischen Wort Stier/Stiergalle (Taurus/Fel Tauri) abgeleitet. Diese Aminosäure ist bereits seit Mitte des 19. Jahrhunderts bekannt und wurde erstmals in der Galle von Stieren nachgewiesen.
Während gesunde Hunde und andere Lebewesen Taurin eigenständig produzieren können, hält sich diese Fähigkeit bei Katzen in Grenzen. Sie sind nicht in der Lage, selbständig die Menge an Taurin herzustellen, die sie für ein gesundes Katzenleben benötigen. Auch über die Nahrung können Katzen nur eine gewisse Menge an Taurin aufnehmen, leider gehen ca. 50 % davon verloren, ohne verwertet zu werden.
Taurin kann durch das Zusammenfügen von Azirdin und Sulfit künstlich hergestellt werden. Heutzutage, in einer Zeit, in der die wenigsten Katzen ihre Hauptnahrung aus dem Angebot der Natur wählen, sondern mehr auf Dosenöffner und vorgefertigtes Katzenfutter angewiesen sind, ist die Beimengung von Taurin sehr wichtig.
Besonders tragende Weibchen oder Katzenmütter mit säugenden Jungtieren sowie Katzen in höherem Lebensalter benötigen eine größere Menge an Taurin. Leider kann man nicht in einem Rundumschlag die richtige Menge für alle Katzen ermitteln, denn dies variiert von Katze zu Katze. Vielfach kommt es auf den Stoffwechsel der einzelnen Katze sowie auf die Art der Ernährung an, ob mehr oder weniger Taurin zugeführt werden sollte. Ein Tierarzt kann bei Zweifeln nach einer eingehenden Untersuchung der Katze einen gesunden Mittelwert für sie ermitteln.
Taurinmangel
So traurig es ist, Mangelerscheinungen durch zu wenig Taurin führen zu ernsthaften Erkrankungen, die oft nicht auf den ersten Blick erkannt werden. Viele Katzen zeigen bei Untersuchungen und Studien keine Symptome, obwohl sie an akutem Taurinmangel leiden. Die ersten für den Halter sichtbaren Symptome können meist erst nach Monaten oder Jahren zu erkennen sein, nämlich dann, wenn die Erkrankungen unverkennbar und auch unheilbar sind.
Am häufigsten ist das Erblinden der Katze durch eine Degeneration der Netzhaut dokumentiert worden. Diese Erblindung ist auch nicht durch eine Erhöhung des Taurins heilbar. Auch das Gehör kann durch Taurinmangel in Mitleidenschaft gezogen werden. Das Immunsystem wird ebenfalls durch den Mangel beeinflusst, was langfristig anderen Erkrankungen Tür und Tor öffnet, gegen die sich die Immunabwehr des Katzenkörpers nicht mehr zu 100 % wehren kann. Das wohl traurigste Merkmal einer geringen Taurinzufuhr betrifft Muttertiere, da sich Fehlentwicklungen bei Föten tragisch erhöhen.
Taurin Vorkommen
Taurin kommt hauptsächlich in rohem Fleisch vor. Bezeichnend ist, dass Mäuse und Ratten, die ja als Hauptopfer unserer Vierbeiner gelten, über einen extrem hohen Gehalt an Taurin verfügen. An zweiter Stelle sind alle Wasserlebewesen, also Meeresfrüchte und Fische (besonders Austern und Thunfisch), bekannt dafür, hervorragende Taurinspender zu sein. Bei der Fütterung mit rohem Fleisch oder Fisch beinhalten besonders Muskelfleisch sowie innere Organe wie Hirn und Leber, aber auch Muskelfleisch wie Herz viel Taurin und können bedenkenlos der Katze überlassen werden. Natürlich ist es wichtig, schlachtfrisch zu füttern, was jedoch nicht jedem Katzenbesitzer möglich ist. Auch das Einfrieren von Frischfleisch zur Nutzung zu einem späteren Zeitpunkt ist möglich, da Kälte dem Taurin nichts ausmacht. Zum Auftauen sollte das Fleisch aber langsam bei Zimmertemperatur erwärmt werden, denn zu große Hitze zerstört das Taurin in ihm.
Wer seine Lieblinge mit Katzenfutter verwöhnt, macht nichts falsch. Zumindest beinahe nicht. Auch hier gilt es wichtige Punkte zu beachten. Dem Futter wird immer Taurin beigefügt, da der positive Einfluss auf die Gesundheit der Katze bekannt ist und die Futterindustrie sich dem beugen muss, um konkurrenzfähig zu sein. Allerdings ist es wichtig zu wissen, ob das Futter während der Produktion gekocht bzw. erhitzt wurde, denn hohe Hitze zerstört Taurin und löst sie ein seine Einzelteile auf. Dies kommt besonders bei Nassfutter aus der Dose vor. So kommt kein Taurin mehr bei der Katze an.
Außerdem sollte Wert darauf gelegt werden, qualitativ hochwertiges Futter zu kaufen, in dem nicht nur minderwertiges Fleisch verwertet wird. Hersteller von Katzenfutter sind Kaufleute, die sich an Regeln halten und aus Kostengründen nicht mehr Taurin beifügen, als vorgeschrieben ist. Jeder Katzenhalter kann sich sicher sein, dass die Menge an Taurin beigemischt ist, die gesetzlich angemahnt wird. Mehr kann man aber nicht von einem Produzenten erwarten, weshalb die dem Futter zugeführte Menge die Vorschrift nicht übersteigen wird. Trotz Taurin auf dem Etikett kann sie für eine Katze ausreichend sein, eine andere hingegen erleidet einen Taurinmangel. Auch Leckerlies oder Katzenkekse mit Taurinzusatz sind hier nicht als Ausgleich zu empfehlen, da sie nur eine geringe Menge an Taurin beinhalten. Um hier eine bemerkbare Verbesserung des Taurinhaushaltes zu erreichen, müsste man so viele Leckerlies verfüttern, bis die Katze kugelrund wäre. Wer will das schon, ganz abgesehen davon, dass die Katze dadurch ganz andere massive gesundheitliche Probleme bekommen.
Um seinem Tier die Portion Taurin zukommen zu lassen, derer es bedarf, sollte man ganz bewusst an die Sache herangehen. Im Handel findet jeder, der sich mit diesem wichtigen Thema auseinandersetzt, verschiedene Präparate zur Ergänzung. Wer sich nicht sicher ist, ob seine Katze eine Erhöhung mit Taurin benötigt und eine Überdosierung befürchtet, der kann beruhigt sein. Eine Überdosierung ist beinahe unmöglich. Sollte zu viel zugeführt werden, dann löst diese Problem im Normalfall die Leber.
Bei Ergänzungspräparaten ist besonders die Pulverform sehr beliebt, da es leicht dosierbar und wasserlöslich ist. Allerdings sollte bei einem Ergänzungspräparat auf Füllstoffe gänzlich verzichtet werden. Besonders Tabletten beinhalten diese Füllstoffe und sogar Zucker. Sie sind zwar oft billiger, allerdings ist auch nicht die Konzentration an Taurin vorhanden wie in den Qualitätsprodukten.
- Rund ums Forum
- Unsere Regeln
- Fragen, Hilfe, Anregungen
- Fürs Forum spenden
- Die Catsonliner
- Katzen (und andere) in Not
- Vermisst
- Zuhause gesucht
- Tiere in Not
- Happy End
- Allgemeine Katzenfragen
- Rund um unsere Samtpfoten
- Rund um unsere Kitten
- Senioren
- Erziehung/Verhalten
- Pflege und Hygiene
- Spielmöglichkeiten
- 1, 2, 3, Viele?
- Stubentiger
- Wiesenflitzer
- Blätterwald und TV-Tipps
- Ernährung
- Nassfutter
- Trockenfutter
- Leckerchen
- Sonstiges
- Krankheiten
- Tierarztbesuch
- Was ist nur los?
- Parasiten, innere und äußere - Hauterkrankungen
- Impfungen
- Verdauungstrakt
- Bewegungsapparat
- Krankheiten, innere
- Krankheiten, äußere
- Zähne
- Sinnesorgane
- Sexualität
- Abschied
- Regenbogenbrücke
- Dosis unter sich
Jetzt anmelden!
Jetzt registrieren!
