Frühkastration

04.08.2022 10:24 (zuletzt bearbeitet: 10.01.2023 14:26)
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Profi-Samtpfote

Überlegungen

Kastrationen bei Hunden und Katzen sind die am häufigsten durchgeführten Operationen, mit denen ein Tierarzt im Laufe seiner Karriere zu tun hat.
Im Hinblick auf hormonelle Erkrankungen und eine nachgewiesene längere Lebensdauer der Katze ist dieses Vorgehen für jeden Halter wünschenswert. Doch eine Kastration kann noch viel mehr bedeuten, denn verspätet kastrierte Hauskatzen können bis zu dreimal jährlich eine Vielzahl an Nachkommen produzieren. So lieb diese kleinen Wesen sind, so grausam ist für viele das Los, das ihnen durch die Sorglosigkeit von Katzenhaltern droht.

Viele Tierhalter handeln jedoch nicht einmal aus einer gleichgültigen Haltung heraus, sondern sind nicht oder nur ungenügend darüber informiert, wie sich die Geschlechtsreife der Kätzinnen von früher zu der von heute unterscheidet.

Vor einigen Jahren war die durchschnittliche Geschlechtsreife bei 7 – 9 Monaten anzusiedeln, doch im Wandel der Zeit hat sich auch unsere Hauskatze angepasst. Im Durchschnitt werden Kätzinnen bereits innerhalb der ersten 3 - 5 Lebensmonaten Geschlechtsreif, was vielen Besitzern schlicht und einfach entgeht, bis der Nachwuchs da ist.

Doch wohin mit all den süßen kleinen Wollknäuel, die im Laufe der Zeit das Licht der Welt erblicken?
Auch in Deutschland sind der Tierschutz und andere gemeinnützige Tierschutzorganisationen dazu angehalten, täglich tausende Katzenwelpen zu töten, da diese kein Zuhause finden und/oder aus wirtschaftlichen Gründen nicht richtig versorgt werden und an Krankheiten leiden, deren Behandlung niemand bezahlen will. So wird schon in Deutschland unglaubliche Zahl von Katzenwelpen genannt, welche bereits in den ersten Lebenstagen wieder ihr kurzes Dasein beenden.

Was bedeutet Frühkastration und wie wirkt sie sich aus?

Gerne warten Katzenbesitzer ab, bis ihr Kater die Wohnung mit seinem übelriechenden Sekret markiert, um eine Kastration durchführen zu lassen. Dabei ist es hier wirklich innerhalb kürzester Zeit erledigt .
Zudem hängen die Katertiere dann noch nicht so an ihrer Männlichkeit, wie die Männer das gerne glauben machen.
Bei Kätzinnen dauert die Einsicht oft noch länger, denn es ist ja süß, einige Welpen zu haben. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem diese weitergegeben werden müssen. Es ist zwar bekannt, dass eine Frühkastration Sinn macht, doch oft ist nur den wenigsten Haltern klar, welchen.

Frühkastration bedeutet nichts anderes als die Kastration vor der Geschlechtsreife, also noch weit bevor der Kater markiert oder die Kätzin rollig wird.
Diese frühzeitige Eindämmung von geschlechtsspezifischer Verhaltensweisen ist nicht nur für die eigene Katze von gesundheitlichem Vorteil, sondern fördert auch aktiv den Tierschutz.

Jeder Katzenfreund wird zustimmen, dass eine vorbeugende Maßnahme gegen ungewolltes Katzenleben und -leiden besser ist als verwahrloste, heimatlose Welpen, welche von Tierschützern oder Jägern schweren Herzens getötet werden müssen, um die Population im Griff zu behalten und Krankheitsübertragungen zu vermeiden.

Besonders bei junge Katzen, welche bereits mit bis zu 5 Monaten trächtig werden können, ist eine hohe Wahrscheinlichkeit gegeben, dass diese eine Schwergeburt durchleben müssen. Dies resultiert daraus, dass junge Katzen zwar schon geschlechtsreif sein können, der Körper jedoch noch dem eines Welpen entspricht und noch gar nicht für eine Schwangerschaft ausgelegt ist. Auch die Früh-, Fehl- oder Missgeburtenrate ist bei Welpenmüttern oft ungleich höher als bei erwachsenen Tieren.

Widerlegte Vorurteile
Viele schrecken vor einer Frühkastration zurück, da viele negative Vorurteile im Umlauf sind, die jedoch allesamt widerlegt wurden. So heißt es zum Beispiel, kastrierte Katzen würden fett. Dies mag so weit stimmen, dass die kastrierte Katze weniger Energie benötigt. Wer also seine Katze immer noch „normal“ füttert, füttert zu viel, was zu einer Gewichtszunahme führen kann. Auch ein größerer „Katerkopf“ wird den kastrierten Fellknäuel zugeschrieben. Ein großer Kopf resultiert jedoch immer nur aus der genetischen Veranlagung, die die Vorfahren dem Jungtier mit auf den Weg gegeben haben und nicht aus einer Kastration.

Auch im Vergleich des Jagdverhaltens und der Mäusefangquote stehen kastrierte Kater ihren unkastrierten Artgenossen in nichts nach, was ich aus eigener Erfahrung als Katzenhalterin nur bestätigen kann.
Ein besonderes Pro für eine Frühkastration: Kastrierte Kater sind meist viel ruhiger, zutraulicher und schmusiger als ihre kastrierten Artgenossen, die oft ein aggressives Verhalten an den Tag legen.


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Gruß
Christiane

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