Vergiftungen bei Katzen
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Besonders in der warmen Jahreszeit hat das Auslegen von Giftködern durch Tierhasser wieder Hochkonjunktur.
Das soziale Netzwerk ist täglich voll von Warnungen, wo und auf welche Art Hunde vergiftet oder getötet werden sollen. Doch leider sind Hunde nicht die einzige Zielgruppe, auf die es Tiergegner abgesehen haben. Auch unsere frei laufenden Katzen sind ständig in Gefahr, vergiftete Köder, die eigentlich für Hunde vorgesehen sind, zu fressen.
Streunende Katzen laufen aber auch Gefahr, durch einen arglosen Nachbarn, der seinen Garten vor Schädlingen schützen möchte, oder sogar durch einfache Hausmittel vergiftet zu werden. Da Katzen einige bestimmte Leberenzyme fehlen, die für die Entgiftung zuständig sind, und sich auch gerne bei Schmerzen verkriechen, kommt eine Vergiftung zwar häufig vor, wird aber kaum bemerkt.
Allgemein
Katzen können sich auch durch für Menschen gedachte Medikamente oder im Gartenhäuschen oder in der Garage gelagerten Chemikalien vergiften, auch falsches Futter kann zu Vergiftungen führen. Dass ersteres uns Katzenliebhabern klar sein sollte, setze ich bei diesem Thema voraus. Chemikalien können über Fell und Haut aufgenommen werden, was ich im Absatz „Äußerliche Aufnahme“ näher beschreiben werde.
Bezüglich des Futters hat sich jeder verantwortungsvolle Katzenliebhaber bestimmt schon schlau gemacht und weiß genauestens Bescheid, weswegen ich auf diese Vergiftungsmöglichkeiten nicht näher eingehen werde.
Giftköder
Immer öfter kommt es bei Tierärzten vor, dass Katzen mit massiven Vergiftungserscheinungen eingeliefert werden. In seltenen Fällen kommt es nach dem Tod der Katze zu einer Obduktion, bei der nicht selten in Schinken oder andere Leckereien eingewickeltes Gift im Magen der Katze gefunden wurde. Diese Funde führen zur Feststellung, dass ein Tierhasser es wirklich auf unsere felinen Freunde abgesehen und damit auch Erfolg hatte.
Doch auch wenn Hunde das erste Angriffsziel sind, so können doch Katzen die Köder fressen, sofern sie lecker genug angerichtet sind. Und, so muss man sagen, die Tierhasser geben sich oft allergrößte Mühe damit. Traurig, dass sie diese Mühe in dem Tod und nicht dem Erhalt von Leben widmen, sie hätten großen Erfolg.
Ratten- und Mäusegift
Sehr häufig können sich Katzen durch Ratten- oder Mäusegift vergiften. Eigentlich sollten diese Präparate ungefährlich für unsere vierbeinigen Mitbewohner sein, doch leider ist die Funktionsweise der Gifte ausschlaggebend für die Gefährlichkeit für Haustiere.
Da Ratten und Mäuse ihre Brut in Höhlen aufzieht, welche durch Gifte nicht erreichbar sind, haben die Hersteller von Rattengiften tief in die Trickkiste gegriffen. Das Korn wird gefressen und von den Nagern zu ihrer Brut gebracht, und das wieder und immer wieder. So wird gewährleistet, dass die gesamte Sippschaft das Gift aufnimmt und daran verendet. Ratten sind jedoch überaus schlau und würden sofort merken, dass etwas mit dem angebotenen Futter nicht stimmt, wenn es schnell wirkt und ein toter Kollege neben der Giftstelle liegt. Daher wurde das Gift so konzipiert, dass es sehr langsam, über Tage hinweg, den Körper der Nager vergiftet und schlussendlich zum Tod führt. Das hat sich in der Praxis als sehr zielführend erwiesen.
Da unsere Katzen meist hervorragende Ratten- und Mäusefänger sind, ist dieses Gift auch für sie von allergrößter Gefährlichkeit. Sie jagen und fressen die Nager, sobald sich einer im Revier zeigt. Obwohl Katzen sehr heikel mit ihrem Fressen sind, können sie nicht erkennen, ob das Beutetier voll mit Gift ist oder nicht. Frisst sie nun ein vergiftetes Tier, so nimmt sie so viel Schadstoffe auf, dass auch ihr Leben in Gefahr ist.
Schneckenkorn (und andere Gartengifte)
Beinahe jeder Gärtner kämpft in seinem Garten um den Erhalt der Pflanzen, die er so liebevoll hegt und pflegt. Schneckenkorn zur Bekämpfung von Schädlingen wird frei verkauft und bei Gärtnern aufgrund seiner Wirkung immer sehr beliebt. Dieses Mittel enthält Metaldehyd, ein starkes Nervengift, dass beim Kontakt mit dem Schädling die Flüssigkeit aus dem Körper zieht und so den Tod herbeiführt.
Katzen und Hunde, die über Schneckenkorn laufen, können dieses an den Pfoten mit sich führen. Logischerweise möchten unsere Haustiere diese Fremdkörper loswerden und sie lecken sich das Gift von den Pfoten. Das Gift entfaltet innerhalb von wenigen Minuten seine Wirkung. Die ersten Symptome sind verstärkter Speichelfluss, Erbrechen, schnelle Atmung sowie Krämpfe und Lähmungserscheinungen. Nicht lange warten, das Gift könnte bereits innerhalb einer Stunde den Tod des Haustieres herbeiführen. In diesem Fall ist sofort ein Tierarzt anzurufen!
Bei unseren geliebten Katzen sollte man generell auf Schneckenkorn verzichten, sofern man selbst einen Garten zu bestellen hat. Katzen tendieren dazu, sich bei Schmerzen zurückzuziehen, sodass die kurze Galgenfrist oft nicht mehr ausreicht, um das Tier zu retten. Wer also einen Garten hat, sollte schnell von Schneckenkorn auf ungefährliche Alternativen ausweichen. Hier eignen sich einfache Bierfallen oder der Einsatz von niedlichen Laufenten, die Schnecken als besonderen Leckerbissen ansehen.
Äußerliche Aufnahme
Auch über das Fell und die Haut kann die Katze kontaminiert werden. Kommt sie mit einer Chemikalie in Kontakt, welches am Körper kleben bleibt, wird sie vehement versuchen, das Fell wieder zu reinigen. Durch das Lecken nimmt sie die vergiftete Substanz dann auf und vergiftet ihren Körper. Eine umgehende Reinigung der Katze ist hier der erste Schritt, um zu helfen. Doch Vorsicht: vorher sollte soviel Verunreinigung wie möglich entfernt werden, da durch das Zuführen von Wasser die Substanz in die Haut eindringen und so schneller wirken kann. Wirkt ein Bad nicht wie gewünscht, so sollten die betroffenen Stellen geschoren werden. Ölige Substanzen können durch den Einsatz von Speiseöl oder Butter vorsichtig entfernt werden, dazu gehört eine gehörige Portion Geduld auf beiden Seiten.
Symptome bei Vergiftungen
Die Symptome sind so mannigfaltig wie die Giftpräparate, die es im freien Handel gibt. Am häufigsten treten Magen- und Darmprobleme wie Erbrechen und Durchfall auf. Andere wiederum führen zu neurologischen Problemen wie Krämpfen, Koma, Koordinationsverlust und Zittern. Auch die Atemwege können betroffen sein, Ausfluss aus Nase und Maul sind bei Vergiftungen keine Seltenheit. Viele Gifte verursachen mehrere Symptome zugleich.
Was mache ich im Falle einer Vergiftung
Auf keinen Fall sollte versucht werden, Erbrechen mit altbekannten Hausmitteln herbeizuführen. Die Aufnahme von Milch und Wasser ist jedoch gut, um das Gift auszuwaschen.
Bei der Vermutung, es könnte eine Vergiftung vorliegen, gilt jedoch als erste Regel: keine Zeit verlieren und ab mit dem Tier zum Arzt.
Am besten meldet man sich vorab telefonisch an, damit in der Praxis die Vorbereitungen zu einer Entgiftung gemacht werden können. Der Tierarzt kann durch Magen auspumpen und Medikamente gegen Krämpfe noch um das Leben des Tieres kämpfen.
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