Erste Hilfe für deine Katze

27.07.2022 14:41 (zuletzt bearbeitet: 10.01.2023 14:44)
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Profi-Samtpfote

Katzen sind ständig vielerlei Gefahren ausgesetzt. Wer richtig vorbereitet ist, kann seinem kleinen Liebling, aber auch fremden Katzen das Leben retten. Im Grunde ist es wie beim Menschen: Wer weiß, was er tun kann, macht das im Ernstfall auch. Doch selbst wenn du einmal in die Lage kommst, einem Vierbeiner zu helfen, denk immer daran, dass sofort ein Tierarzt herbeigerufen oder aufgesucht werden muss. Hier ein kleiner Überblick, was du machen kannst, wenn es schnell gehen muss.

Notfälle verhindern

Selbstverständlich ist das A und O für jeden Katzenhalter, dass er präventiv auf Risiken eingeht. Ein typisches Beispiel ist es, alle für Katzen giftige Pflanzen aus der Wohnung zu verbannen oder die Kabel und Fenster im Haus zu sichern. Bestimmt fallen dir auch einige Möglichkeiten ein, um dein Tier zu schützen, erzähle bitte deinen Freunden hier davon, vielleicht ist der ein oder andere Tipp hilfreich.
Wie verhalte ich mich im Ernstfall?
Wer während der Führerscheinausbildung bereits einen Erste-Hilfe-Kurs absolviert hat, weiß, dass als erste Grundregel gilt: ruhig bleiben – nachdenken – handeln.

Katze bei Bewusstsein

Verletzte Tiere wehren sich oft, also ist große Vorsicht bei der Herangehensweise angesagt. Beruhigende Töne oder Worte helfen manchmal, aber eine Decke zum schnellen Einwickeln hat sich meist besser bewährt. So lässt sich die Katze auch schneller und einfacher zum Tierarzt transportieren. Ist die Katze ansprechbar und reagiert auf dich, dann kannst du sanft an ihre Seite treten und sie sanft streicheln. Während dieser Streicheleinheiten kannst du möglicherweise auch eine Verletzung feststellen.

Bewusstlose Katze

Ist die Katze ohne Bewusstsein, sollten schnell die Lebensfunktionen kontrolliert werden. Das Beobachten der Ohren, während man auf das Tier einspricht, aber auch die Sichtkontrolle der Atmung zeigen an, ob die Katze überhaupt noch am Leben ist. Als Nächstes sollten Puls und Kreislauf kontrolliert werden. Der Puls ist innen am Oberschenkel leicht zu erspüren, den Kreislauf kontrolliert man am Zahnfleisch. Ein leichter Druck darauf färbt sich weiß, geht diese Druckstelle nicht nach 2 Sekunden wieder in den normalen Farbton über, so ist dadurch ein Schock anzunehmen. Auch der Taschenlampentest zeigt an, ob eine Rettung noch möglich ist oder ob das Tier bereits über die Regenbogenbrücke gegangen ist: werden die Pupillen kleiner, sollte unbedingt mit lebensrettenden Maßnahmen begonnen werden.

Wiederbelebung

Wie beim Menschen, so gehst du nach dem bekannten A-B-C Schema vor: Atemwege – Beatmung – Kreislauf (Zirkulation)

A: um die Atemwege freizubekommen, kannst du die Katze an den Hinterbeinen nehmen und sie mit dem Kopf nach unten in der Luft halten. Solltest du dir nicht sicher sein, ob eventuell die Wirbelsäule verletzt sein könnte, lass sie liegen, öffne das Mäulchen und zieh die Zunge schnell heraus. Entferne alles, was nicht in Maul und Rachen gehört und fang mit der Beatmung an.

B: Während die Zunge noch vorne liegt, schließe die Schnauze in deine Faust und überstrecke den Kopf etwas, sodass die Atemwege frei liegen. Bei der Beatmung solltest du über die Nase gehen, ist dir das zu eklig, nimm ein Tuch zwischen deinen Mund und der Katzennase. Beatme auch nicht so fest, die Katze hat eine kleinere Lunge als du. Der Brustkorb soll sich bei jeder Beatmung nur leicht anheben, das Intervall von ca. 3 Sekunden sollte nicht überschritten werden.

Wie eingangs beschrieben, sollten Puls und Herzschlag überprüft werden. Findest du beides nicht, musst du eine Herzmassage durchführen. Dazu legst du eine Hand auf den Brustkorb, während du mit 2 Fingern der anderen Hand schnell 5-10 Mal auf die liegende Hand drückst. Um eine stabile Lage zu gewährleisten, empfiehlt es sich, ein gefaltetes Stück Stoff vorher unter den Brustkorb zu legen. Wechsle Herzstimulation und Beatmung ab, beatme dabei 1-2 Mal und kontrolliere, ob das Tier wieder atmet, bevor du deine Massage fortsetzt.

Vergiss nie: Sobald du eine Katze beatmen und wiederbeleben musst, hab keine Hemmungen. In dieser Verfassung kannst du der Katze nicht mehr weh tun, denn sie ist bereits „tot“.
Durch dein Handeln kannst du aber dafür sorgen, dass das Tier wieder ins Leben zurückkehrt oder der Tierarzt eine professionelle Wiederbelebung starten kann, da das Blut durch deine aktive Hilfe noch den Körper versorgt.


Blutende Katze

Mit stark blutenden Verletzungen sollte selbstverständlich sofort der Tierarzt aufgesucht werden. Lässt die Katze es zu, kann man die Wunde verbinden, wobei sichergestellt sein sollte, dass in der Eile nicht zu fest gebunden wird. Wunden mit hellrotem und pulsierenden Blutaustritt sollten sofort abgebunden werden, um einen starken und oft tödlichen Blutverlust zu vermeiden. Direkt oberhalb der Wunde kann ein fester Verband angelegt oder die Blutung durch Abdrücken verlangsamt werden.


Verletzungen

Hier könnten viele Tipps stehen, wie Verletzungen der Katze richtig verbunden werden müssen. Auf diese möchte ich an dieser Stelle verzichten, da verantwortungsvolle Halter bei Verletzungen des Haustieres selbstverständlich sofort einen Tierarzt aufsuchen, welcher mit fachkundiger Hand diese Tätigkeiten ausführt und so eventuelle Sekundärinfektionen verhindern kann.

Der Tierarzt

Die meisten Tierhalter haben bereits eine Notfallnummer in ihrem Handy gespeichert. Sicher findest auch du einen Tierarzt in deiner Nähe, der auch außerhalb der Öffnungszeiten für Notfälle erreichbar ist. Besonders in Extremfällen ist es sehr wichtig, dass jemand den Tierarzt über den Notfall unterrichtet, damit dieser bereits vorbereitet ist, wenn der Patient ankommt. Nicht vergessen: jede Sekunde zählt! Am besten ist es, wenn eine zweite Person das Telefon nutzt und auch mitfährt, auch die Katze sollte auch auf jeden Fall gesichert sein. Ist das Tier bei Bewusstsein, bewegt sich aber nicht, könnte es gelähmt sein, auch offensichtliche oder vermutete Rückenschädigungen müssen beachtet werden. Die Katze sollte auf einem Brett transportiert werden, um weiteren Schädigungen vorzubeugen.

Andere Verletzungen

Jedes Lebewesen hat unzählige Möglichkeiten, sich zu verletzen. Für Bisse, Anfälle, Vergiftungen, Erfrierungen, Überhitzung oder ähnliche Katastrophen gibt es gewisse Verhaltensregeln, um der Katze zu helfen. Im Grunde genommen gelten bei den meisten Vorfällen dieselben Maßnahmen wie bei der Behandlung von Menschen. Du wirst aber in deinem Leben mehr Unfälle mit Freigängerkatzen erleben als epileptische Anfälle, also überfrachte dich nicht mit Informationen, die du vermutlich selten bis nie anwenden musst (so hoffe ich wenigstens). Ein Tierarzt weiß (fast) alles, er ist für dich in diesen Situationen der erste und richtige Ansprechpartner. Speichere seine Nummer ein, damit du für alle Eventualitäten gewappnet bist und jedem Vierbeiner schnell und effektiv helfen kannst.

Bitte Copyright beachten

Gruß
Christiane

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