Wie lange impfen?

24.06.2022 23:35 (zuletzt bearbeitet: 24.06.2022 23:36)
avatar  Snoopy
#1
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Höchst erfahrene Katzenfachkraft

Hallo zusammen,

in Candys Thread bzgl. der Allergie kam das Thema auf, ältere Katzen nicht mehr zu impfen.

Ich wollte da nicht vom Thema ablenken. Aber können wir das hier einmal diskutieren?

Habe ich mir zuvor noch nie Gedanken darüber gemacht und dann jährlichen Tierarztbesuch zu sparen ist mehr als verlockend 🙈🙊

Sandra mit Luna, Frechdachs & Mickey
Snoopy und Yoshi für immer im Herzen

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25.06.2022 13:35 (zuletzt bearbeitet: 25.06.2022 13:36)
avatar  El Gato
#2
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Höchst erfahrene Katzenfachkraft

Ich ließ meine Katzen früher auch jährlich impfen, weil ich mich mit dem Thema nicht beschäftigt hatte.

Viele Impfstoffe haben aber vom Hersteller eine Garantie über 2 oder 3 Jahre bekommen (von der Grundimmunisierung abgesehen, die erst nach der dritten Impfung ein Jahr nach der zweiten Impfung, abgeschlossen ist).

Hier werden die einzelnen Impfstoffe der verschiedenen Hersteller und der empfohlene Impf-Rhythmus aufgelistet (unter dem Punkt "AKTUELLE IMPFSTOFFE FÜR DIE KATZ’"):
https://www.dr-tier.de/aktuelles/katze-wie-oft-was-impfen/

Es ist ja nicht nur so, dass jede Impfung das Risiko eines Impfsarkoms birgt, sondern dass Impfungen auch Nebenwirkungen haben können.

Es gibt auch eine US-Studie, nach der eine Grundimmunisierung 7,5 Jahre lang halten soll. Sie wird u.a. hier (unter Punkt 5 "Impfschutz hält viele Jahre lang" erwähnt.

Um jetzt auf das eigentliche Thema zu kommen: Irgendwo habe ich mal gelesen, dass bei älteren Katzen, die regelmäßig geimpft wurden, ein hoher Immunschutz besteht, so dass es nicht sinnvoll wäre, sie weiterhin zu impfen. Leider finde ich die Seite (zumindest momentan) nicht mehr

Ob es sich um eine Wohnungskatze oder einen Freigänger handelt spielt wahrscheinlich auch eine Rolle, weil bei Wohnungskatzen das Risiko zu erkranken geringer ist.


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25.06.2022 17:32
avatar  Rohana
#3
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Quasselstrippe

Zitat von Snoopy im Beitrag #1
Habe ich mir zuvor noch nie Gedanken darüber gemacht und dann jährlichen Tierarztbesuch zu sparen ist mehr als verlockend 🙈🙊

Naja - je älter die Tiger werden, desto sinnvoller ist, wie bei uns, ein jährlicher Check ... ob mit Impfung oder ohne.
Meine Tierärztin sagte mal, bei vielen ihrer Patienten-Menschen wäre die Impfung der Punkt, den sie sich merken. Ohne Impfung sähe sie die Tiere nur in sehr (vielleicht zu) großen Abständen.
Sie hatte für Seuche und Schnupfen leider nur einen Misch-Impfstoff, bei dem eine Komponente eigentlich zwei, die andere aber nur ein Jahr "anhielt". Tollwut (bei Schneck wegen ihrer Fledermaus-Aktionen und der Verbreitung der Fledermaus-Tollwut hier im Norden angesagt) hielt drei Jahre, da haben wir dann das Intervall vergrößert. Schneck durfte aber ja nur 11 Jahre alt werden ... alle weiteren Überlegungen hat uns der Krebs dann abgenommen ...

Vom Friedrich-Löffler-Institut gibt es 2021 aktualisierte Empfehlungen für Impfungen von der "Stiko Vet":
https://www.openagrar.de/servlets/MCRFil...21-01-01-bf.pdf
Die empfehlen nach der Grundimmunisierung: "Danach werden sowohl gegen Infektionen mit Felinen Herpesviren, Infektionen mit Felinen Caliciviren wie auch gegen Panleukopenie Wiederholungsimpfungen im Abstand von bis zu 3 Jahren empfohlen."
Tollwutimpfungen empfehlen sie nicht zwingend - aber wie gesagt, die Fledermaustollwut ist hierzulande (=Norddeutschland) nachgewiesen, und mein Nachbar, der eine Zeitlang beim NABU in einer Fledermausgruppe aktiv war, sagte mir auch, daß er selbstverständlich geimpft ist.

Ingo, den Punkt, den Du ansprichst mit dem hohen Impfschutz bei regelmäßig geimpften älteren Tieren, hatte ich auch mal gelesen, weiß aber auch nicht mehr, wo das war.
Das Friedrich-Löffler-Institut schreibt: "Die meisten adulten Katzen in Deutschland haben Antkörper gegen Panleukopenieviren, auch wenn die letzte Impfung bereits Jahre zurück liegt. Eine Impfung dieser Katzen bringt keinen Nutzen. Es besteht daher die Möglichkeit, Panleukopenievirusantikörper in verschiedenen Testsystemen zu bestimmen. Dies kann zur Entscheidung über die Notwendigkeit einer Wiederholungsimpfung herangezogen werden."
Diese Titerbestimmung ist aber wohl nicht wirklich "preisgünstig", sagte jedenfalls unsere Tierärztin.


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25.06.2022 17:50 (zuletzt bearbeitet: 25.06.2022 17:51)
avatar  El Gato
#4
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Höchst erfahrene Katzenfachkraft

Monika Peichl, die Autorin des Buches "Katzen impfen mit Verstand", hält Titerbestimmungen nicht für sinnvoll:

Zitat
Sind Titermessungen sinnvoll?

Titerkontrollen, also die Messung der Menge der Impfantikörper im Blut, sind zwar auch bei Katzen möglich, jedoch nicht sinnvoll. Grundsätzlich besitzen Katzen, ebenso wie Menschen, Mäuse oder Hunde, ein Immungedächtnis. Es beruht auf spezifischen B- und T-Gedächtniszellen, die man nicht einfach durch Bluttest bestimmen kann. Dieses Immungedächtnis ist die Stütze des Impfschutzes – auch bei Katzen.



Quelle: http://www.agtiere.de/index.php?id=236


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25.06.2022 20:01 (zuletzt bearbeitet: 25.06.2022 20:03)
avatar  Rosi
#5
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Höchst erfahrene Katzenfachkraft

Die meisten Tierärzte beziehen sich auf die Impfempfehlung des MSD Tiergesundheit https://www.msd-tiergesundheit.de/fokust...hlungen-katzen/

Auch der Katzenschutzbund Wuppertal hat unter dem Thema Jährliche Impfung – Pro Und Contra einen Text von Monika Peichl auf der Seite.
https://katzenschutzbund-wuppertal.de/impfung/

Nachdem ist das gelesen habe, erinnere ich mich, das war damals die Grundlage für meine Entscheidung, eine ältere Katze nicht mehr impfen zu lassen.
Für mich die wichtigste Aussage aus diesem Text: "Außerdem haben Wissenschaftler in den 90er Jahren Langzeitstudien an Katzen gemacht mit einem ganz gewöhnlichen Dreifach-Totimpfstoff gegen Schnupfen und Seuche.

Die Tiere erhielten als Welpen mit acht und mit zwölf Wochen eine Grundimmunisierung und wurden danach nie wieder geimpft. Sie wiesen noch siebeneinhalb Jahre später, als sie mit Erregern infiziert wurden, einen guten Immunschutz auf. Der Schutz gegen Katzenseuche erwies sich als hundertprozentig, der Schutz gegen Herpes- und Calicivirus betrug 52, resp. 63 Prozent."

Liebe Grüße Rosi


.............................Max 2000-2017..... Moritz 2000-2006...Tiger 1981-2000
Für immer in meinem Herzen

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25.06.2022 20:08
avatar  Rosi
#6
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Höchst erfahrene Katzenfachkraft

Zitat von Snoopy im Beitrag #1
Habe ich mir zuvor noch nie Gedanken darüber gemacht und dann jährlichen Tierarztbesuch zu sparen ist mehr als verlockend

Das ist eine weniger gute Idee. Übrigens teilweise auch ein Argument von Tierärzten, dass die Tiere dann nicht mehr vorgestellt werden.
Gerade eine ältere Katze sollte einmal im Jahr untersucht werden, am besten mit BB, um Krankheiten, die gerne im Alter auftauchen rechtzeitig zu erkennen. Z.B. Schilddrüsenüberfunktion, Nierenprobleme, Arthrose

Liebe Grüße Rosi


.............................Max 2000-2017..... Moritz 2000-2006...Tiger 1981-2000
Für immer in meinem Herzen

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25.06.2022 20:24
avatar  Rena44
#7
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Höchst erfahrene Katzenfachkraft

Zitat von Rosi im Beitrag #6
Zitat von Snoopy im Beitrag #1
Habe ich mir zuvor noch nie Gedanken darüber gemacht und dann jährlichen Tierarztbesuch zu sparen ist mehr als verlockend

Das ist eine weniger gute Idee. Übrigens teilweise auch ein Argument von Tierärzten, dass die Tiere dann nicht mehr vorgestellt werden.
Gerade eine ältere Katze sollte einmal im Jahr untersucht werden, am besten mit BB, um Krankheiten, die gerne im Alter auftauchen rechtzeitig zu erkennen. Z.B. Schilddrüsenüberfunktion, Nierenprobleme, Arthrose


Ja das sehe ich auch so wie Rosi , allerdings würde ich diese Jährliche Untersuchung schon auch vom Alter und evtl. Vorerkrankungen abhängig machen
ich persönlich werde Nuri , wenn sie sonst ohne Auffälligkeiten ode sichtbare Probleme ist ab dem 11 Jahr 1x Jährlich zur Vorsorge Untersuchung bringen
mit BB .. unabhängig ob ich sie Impfen lasse oder nicht , Impfungen setze ich zur Zeit ja auch aus wie ich im anderen THread schon geschrieben habe .

Hatten wir hier schon über Krankenversicherung einen THread
Wie ist das denn bei Euch habt ihr Krankenversicherte Katzis

liebe Grüße
Rena und Nuri




Mohrle ,Lieserl,Timmy,Luky,Tiger,Mini,Toni ,Minki im Herzen

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25.06.2022 21:00
avatar  El Gato
#8
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Höchst erfahrene Katzenfachkraft

Eine der Moderatorinnen des leider toten Ataxiekatzen-Forums, die Betreiberin der Seite https://haustiger.info , antwortete mir auf meine Frage bzgl. Lillys Impfung (Lilly war damals 10 jahre alt), dass sie eine ordentlich grundimmunisierte Katze in dem Alter nicht mehr impfen lassen würde. Die Frau kennt sich aus. Sie gab sogar mal Online-Kurse zum Thema Impfen.


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25.06.2022 22:27
avatar  Anke
#9
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Höchst erfahrene Katzenfachkraft

Ich hab M&M die letzten Lebensjahre nicht mehr impfen lassen. Mutzz wR glaub ich 14 und Mirchen 10 Jahre alt vei letzter Impfung. Mutzz hat ja im sicheren Freigan gejagt aber Mira nicht. Ich habe ihre geriatrischen Checks aber regelmäßig machen lassen. M. Erinnerung nach hatten wir das Thema im alten catsonline und auch die hier zitieren Quellen waren da Thema...nach einem Diskurs mit der TAin hier vom Land war das Impfen ihrerseits nie wieder Thema- ich war ja regelmäßig da ....


2006-2021 Mutzz, Nünnibär, mein kleiner Freund und Begleiter für immer
Mira, liebstes Mirchen, meine kleine Feder.
Euer Platz ist in meinem Herz

Anton, Greta und der kleine Paul leben nun hier seit Oktober 2021und mischen die Bude auf .💕🐈‍⬛🐈‍⬛🐈

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26.06.2022 23:13
avatar  Snoopy
#10
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Höchst erfahrene Katzenfachkraft

Finde das echt interessantes Thema.

Richtig oder falsch gibt es da mal wieder nicht.

Ich hätte halt 2 aktuelle Blutbilder und da muss ja nicht pünktlich nach einem Jahr wieder eins gemacht werden… schon entspannter

Sandra mit Luna, Frechdachs & Mickey
Snoopy und Yoshi für immer im Herzen

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