Tierarzt vorbei – und dann?
#1
Alle sprechen nur von Krankheiten der Katze und von Tierarztbesuchen. Doch wie geht es weiter im stillen Kämmerlein, wenn die notwendigen Medikamente ausgepackt und in die Katze gebracht werden müssen? Kaum etwas kann nerviger und unbequemer sein als die Medikamentengabe, und zwar für beide, Mensch und Tier.
Pasten, Tabletten und Spritzen, ein täglicher Kampf, den sich Dosi und Tier gleichermaßen stellen müssen.
Natürlich kann man sich auf die richtige Methode einigen, aber Theorie und Praxis gehen wohl nirgendwo so weit auseinander wie bei diesem Vorhaben.
Schon eine selbstverständliche Wurmkur kann so zu einer richtigen Herausforderung werden.
Der erste Schritt ist das Gespräch mit dem Tierarzt, dieser wird dir zur einfachsten Methode raten und auch kurz mit dir durchsprechen, wie diese anzuwenden ist.
Bei der Ausführung ist er aber nicht dabei, also solltest du einige Tipps annehmen und deine eigene Methode entwickeln. Nicht vergessen: jedes Tier hat einen eigenen Charakter, und bei der Medikamentengabe wirst du diesen sehr schnell zu spüren kriegen.![]()
Die Anleitung in der Verpackung ist äußerst wichtig, da sie dir neben den Vorgaben des Tierarztes auch weitere Anweisungen geben, die wichtig sein können und vielleicht nicht besprochen wurden.
Wie öffne ich das Mäulchen?
Um eine Tablette oder ein anderes Medikament oral verabreichen zu können, muss erst einmal das Maul der Katze geöffnet werden. Dazu kannst du mit Daumen und Zeigefinger hinten am Kiefer drücken. Nicht zu fest, aber doch fest genug, sodass sich das Mäulchen etwas öffnet. Dann kommst du mit der anderen Hand leichter ran, um den Unterkiefer sanft nach unten zu drücken. Wenn sie den Kopf zu stark bewegt oder deinen Bemühungen zum Trotz wegdreht, fasse ihre Nackenhaut wie ihre Mutter, um sie zu stabilisieren.
Tabletten mit Futter verabreichen
Die einfachste Methode ist die Futtermethode, die besonders bei fressgesteuerten Katzen wirkt. Hier brauchst du 2 Zutaten: eine kranke Katze und ihr Lieblingsfutter. Bedenke: ihr absolutes Lieblingsfutter. Wenn du weißt, dass sie auf etwas nicht besonders hochwertiges eher steht als auf ihr teures Spezialfutter – lauf und kaufe es. Die paar Male wird ihr das Futter nicht schaden, dir aber viele nervenzerrüttende Momente in den nächsten Tagen ersparen. Du kannst natürlich auch speziell für diese Zwecke hergestellte Pill-Pockets oder EasyPill verwenden, in welche du die Tabletten verstecken kannst. Diese Entscheidung bleibt alleine dir überlassen, und natürlich dem Feinschmecker Gaumen deines kleinen Lieblings.
Als Nächstes geht es an die Präparation der Medikügelchen.
Du formst mehrere Kügelchen, eines davon mit der Tablette darin. Drücke sie ganz fest, damit sie sich nicht von dem Futter löst. Sonst wirst du die Tablette einsam und alleine irgendwo liegend finden und der Stress ist noch nicht vorbei. Um dein Tier in Sicherheit zu wiegen, gib ihm erst einige nicht präparierte Kügelchen, bevor du das gepimpte Futter anbietest. Wenn deine Katze das Medikament geschluckt hat, verfüttere noch weitere Bällchen ohne die Tablette, damit die Katze keinen schlechten Nachgeschmack hat und sich beim nächsten Mal nicht davor hütet, ein Fresschen von dir anzunehmen. Und spiele mit ihr, damit sie eine gute Erfahrung mit der Medikamentengabe verbindet.
Medikamente ohne Futter verabreichen
Hier wird es schon etwas haariger. Es gilt, die Katze festzuhalten, nachdem das Medikament vorbereitet wurde. Du wirst keine Hand mehr freihaben, wenn du das Tier fixiert hast, um eine Packung zu öffnen oder die Tablette aus dem Blister zu drücken. Bei manchen Katzen wirkt ein Tablettegeber. Besonders bei Tieren, die ihrem Unmut durch Beißen Luft machen, kann dies deine Finger vor unangenehmen und schmerzhaften Überraschungen schützen.
Auf die Katze drauf setzen ist übrigens keine gute Option, vor allem dann nicht, wenn sie an Durchfall leidet. Eine Freundin hatte ihre Katze mit den Beinen fixiert, ohne ihr weh zu tun, doch als die Tablette in die Nähe der Katzennase kam, hatte sie alle Mühe, das sich windende Tier zu halten. Das Ende dieser Geschichte war ein schokobrauner Fleck auf der Couch und ebensolche Tropfen, die die Fluchtroute quer durchs Wohnzimmer markierten.
Flüssige Medikamente sind mittels einer Pipette einfacher zu verabreichen. Hier musst du unbedingt darauf achten, nicht direkt in den Rachen zu spritzen, sondern seitlich davon. Ansonsten kann es passieren, dass die Flüssigkeit in die Luftröhre gelangt und die Katze sich quält. Auch nach einer trockenen Tablette solltest du eine Pipette mit Wasser vorbereitet haben, die nach der Gabe verabreicht wird. So garantierst du, dass das Medikament in der Speiseröhre stecken bleibt bzw. dass es diese überhaupt erreicht. Wenn du dann noch sanft den Hals des Patienten massierst, wird dies unweigerlich einen Schluckreflex auslösen und du hast dein Ziel erreicht.
Der Burrito
Eine andere Möglichkeit ist es, den Stubentiger eng in ein Handtuch zu wickeln. So kann sich die Katze nicht wehren, dich nicht kratzen und auch nicht verschwinden oder sich selbst verletzen.
Die Belohnung
Jede Aktion, die deine Katze verwirrt oder verärgert, sollte mit einer angemessenen positiven Reaktion beantwortet werden. Belohne sie mit Leckerlies, oder wenn sie diese gerade nicht haben darf, mit Spielen und Streicheleinheiten. Zeig ihr, dass du stolz auf sie bist und dass sie sich auf das nächste Mal freuen darf.
Wie läuft das bei euch ab?
Nun, in meiner langjährigen Erfahrung als Katzenhalterin habe ich leider so einige Pleiten und Pannen bei der Medikamentengabe miterleben dürfen. Selbst nach so langer Zeit gelang es Nüssle kürzlich wieder, mir die Tablette wieder vor die Füße zu spucken.
Mein Gesicht hatte auch schon Bekanntschaft mit einer Wurmpaste gemacht, die nicht, wie vorgesehen, im Rachen von Janis verblieben war. Er hat sie mir mit deutlichem Widerwillen (und dem entsprechenden Gesichtsausdruck) direkt in die Nase gepustet, als ich ihn für seine Tapferkeit loben wollte.
Doch sind diese Begebenheiten nichts gegen meine Anfängerfehler, in denen ich meinen Lieben Tabletten direkt ins Futter gegeben hatte in der Annahme, sie könnten ihre Gier nicht zügeln und würden gar nicht merken, wenn das Medikament mit hinunter flutscht. Wie erstaunt war ich, als ich die sauber geleckte Schüssel aufhob, aus der mir die Tablette wie zum Hohn weiß entgegenstrahlte.
Hattet ihr denn auch schon solche Pleiten, Pech und Pannen?
Ich bin für die Leckerchen-Methode... ![]()
Der Katze was in der Hals stecken, habe ich noch nie erfolgreich geschafft.
Leerkapseln geht noch bei den verfressenen Exemplaren und Spot-on als Notlösung für Wurmkuren.
Habe Yoshi damals selbst gespritzt. Das ging besser als Maul auf und da was rein ![]()
Im Ausspucken sind die nämlich wirklich mega ...
#3
Zitat von Snoopy im Beitrag #2
Ich bin für die Leckerchen-Methode...
Da bin ich ganz bei dir..... einzig meine Jungs nicht wirklich.
Es gibt Katzen, die selbst um Leckerchen einen großen Bogen machen, Nüssle gehört dazu.
Kommt eben ganz auf die Katze drauf an.
Max fand auch die Stängelchen toll und nahm damit alles aber wirklich alles. Ich musste mal Antibiotika rein kriegen und die Dinger waren so groß. Die guckten wie bei einem Sandwich aus der Stange raus. Mehr aus Jux habe ich ihm das hingehalten und er hat es gefressen, einschließlich der Tablette.
Gewöhnt war ich so etwas nicht, denn mein Tiger, der Freigänger, nahm auch keine Tabletten, ganz gleich wie. Er fand sie immer und sortierte sie aus. Als mein TA meinte, ich sollte ihm eine Tablette zur Entwurmung geben, weil ich das Präparat mal wechseln müsste, sagte ich ihm, da krieg ich keine Tablette rein. Daraufhin wollte er mir zeigen, wie man das macht, die Tablette rein zu kriegen ohne dass sie das ausspucken können. Na, grinst ihr schon? Schnute auf, Tablette rein, Schnute zu, über den Hals streichen, los lassen. Tablette wieder da. Neuer Versuch noch tiefer rein mit der Tablette. "So" meinte der TA zufrieden "die kann er nicht mehr raus kriegen." Sekunden später war sie wieder da. Ich konnte nicht anders, ich stand nur da und grinste. Beim nächsten Versuch floss Blut. Tiger war mit einer Kralle in seiner Nagelhaut hängen geblieben bei dem Versuch, die Hand weg zu drücken. Ohje, Männer können sich ja so anstellen.
Dann schnappte er eine Spritze und verabreichte ihm damit ein Entwurmungsmittel, wobei er meinte. Die Tablette kann ich ihnen ja wohl nicht in Rechnung stellen. Ich meinte nur trocken, ich sagte ja, er nimmt keine Tabletten. ![]()
So lustig das Ganze war, es kann natürlich ein riesiges Problem werden. Ich war immer froh, dass ich nie etwas derartiges in den Kater kriegen musste.
Bei meinen war es früher immer super einfach: Malzpaste auf den Finger, Tablette reindrücken - alles wird gemeinsam abgeschleckt. Bis ich einmal offenbar sehr eklige Medikamente verabreicht habe. Bei Lilith hat es mit Malzpaste danach nie wieder funktioniert.
Bei ihr haben wir aber sehr lange sehr erfolgreich die Leckerchen-Methode praktiziert. Besonders die Cat Yums eignen sich hervorragend, die sind offenbar extralecker und lassen sich gut kneten. Wenn sie aussortiert hat, hab ich schließlich nicht lang gefackelt, sondern die Katze geschnappt und ihr die Tablette in den Hals gestopft. Tatsächlich ging das nur, wenn ich sie mit den Beinen fixiert habe (gelegentlich auch per Handtuch). Als sie noch Zähne hatte, habe ich das bevorzugt mit dem Tabletteneingeber gemacht, danach ging es auch gut ohne. Allerdings musste man die Tablette immer wirklich bis fast in den Hals stopfen, ansonsten hat sie sie wie ein Hamster irgendwo in der Backe aufbewahrt und später ausgespuckt.
Trotzdem war dieser kurze gewaltvolle Moment besser, als ihr noch lange mit diversen Leckerchen hinterher zu laufen, weil sie so immer misstrauischer wurde.
Die Miriam, von der ich meine Scheuchen habe, empfiehlt übrigens für Phasen, in denen oft Medikamente gegeben werden müssen, die Katze in einem Raum zu halten, in dem sie keine Versteckmöglichkeiten hat, und die Medikamentengabe möglichst zu ritualisieren. Also immer zur gleichen Zeit, mit der gleichen Ansprache und der gleichen Methode. Damit die Katze weiß, wenn diese Rituale nicht kommen, muss sie keine Angst haben.
Oh, und ich las mal, man könne die Tabletten auch in einer kleinen Dose mit geruchsintensivem Trockenfutter oder Leckerchen aufbewahren. Würde ich jetzt aber nicht mit allen Medis machen.
Das mit Leckerlies hat hier noch nie bei einer Katze funktioniert. Bei Dr. Bebi haben wir das mit so einem Pillengeber gemacht. Er hatte wenig Appetit und einmal mitgeschnitten, dass was im Leckerlie drin war und dann war es eh vorbei.
Beim Don gings ganz gut direkt in den Schnabel. Ihm haben ein paar Zähne gefehlt und er war auch einfach so lieb, so dass es eigentlich immer gut geklappt hat.
BEi Mirchen war es sehr !! schwierig, sie hat sich wie ein Aal gewunden, man konnte sie kaum packen.Sie war ja auch so zart unter ihrem halbangen Fellchen. Mit Leckerchenpaste ging es ganz gut, aber die Medis mussten gemörsert sein oder in Wasser aufgelöst und untergemischt.
Mutzz ist nach seiner schlimmen schlimmern Erkrankung vor 4,5 Jahren erstaunlich gut zu händeln. Bei ihm mörser ich Tabletten und habe immer Leerkapseln hier, die kaufe ich in der Apo. Günstig und gut..Die Kapsel schmeckt ja ncht fies nach Medis und ich gebe ihm etwas Leckeres vorweg, Käsepaste oder n Stückchen Schinken oder LEberwurst, dann hat er Speichel und dann schiebe ich ihm die Kapsel seitlich nebend er Zunge die Schnute, halte kurz zu und schon ist die Kapssel runtergeschluckt, danach schnell etwas Paste oder LEberwurst etc hinterher.Das ist gleich die Belohnung und Rutschhilfe!! klappt immer!!!
Die Globulies, diie erbekommt, löse ich in 0,1ml Wasser auf, ziehe es dann in Spritze, da ist schon 0,1ml Flor de Piedra drin(tägl. Ration) und das kann ich ihm das eingeben ins Mäulchen.Er schluckt das in 2-3 Ansätzen leicht weg, ISt ja flüssg
Zitat von Anke im Beitrag #9
BEi Mirchen war es sehr !! schwierig, sie hat sich wie ein Aal gewunden, man konnte sie kaum packen.Sie war ja auch so zart unter ihrem halbangen Fellchen.
Das war bei Lilith auch so!
- Rund ums Forum
- Unsere Regeln
- Fragen, Hilfe, Anregungen
- Fürs Forum spenden
- Die Catsonliner
- Katzen (und andere) in Not
- Vermisst
- Zuhause gesucht
- Tiere in Not
- Happy End
- Allgemeine Katzenfragen
- Rund um unsere Samtpfoten
- Rund um unsere Kitten
- Senioren
- Erziehung/Verhalten
- Pflege und Hygiene
- Spielmöglichkeiten
- 1, 2, 3, Viele?
- Stubentiger
- Wiesenflitzer
- Blätterwald und TV-Tipps
- Ernährung
- Nassfutter
- Trockenfutter
- Leckerchen
- Sonstiges
- Krankheiten
- Tierarztbesuch
- Was ist nur los?
- Parasiten, innere und äußere - Hauterkrankungen
- Impfungen
- Verdauungstrakt
- Bewegungsapparat
- Krankheiten, innere
- Krankheiten, äußere
- Zähne
- Sinnesorgane
- Sexualität
- Abschied
- Regenbogenbrücke
- Dosis unter sich
Jetzt anmelden!
Jetzt registrieren!




